Aktuelles vom Hospizdienst (Stationär und Ambulant)

Europa-Projekt Hospiz erfolgreich abgeschlossen

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Vertreter der drei Länder Griechenland, Rumänien und Deutschland führten über zwei Jahre hinweg ein gemeinsames  Hospizprojekt durch.  Projektpartner waren die Diakonia Cluj-Napoca (Rumänien), die Evangelische Gemeinde deutscher Sprache Thessaloniki (Griechenland), der Hospizdienst Ettlingen und das Diakonische Werk Baden.  Ziel des von der EU geförderten Grundtvig Projekts  (Lebenslanges  Lernen)  bestand darin, einen Leitfaden für Multiplikatoren in der Hospizarbeit zu entwickeln.

Abschlussbild Europa-Projekt durch Anklicken großes Bild

Die Zusammenkünfte, in denen die konkreten Konzepte erarbeitet und in Seminaren erprobt wurden, erfolgten in allen drei beteiligten Ländern.  Parallel dazu  fand ein umfassendes kulturelles  Programm statt, das die internationale Begegnung und das Kennenlernen länderspezifischer Bedingungen für die Hospizarbeit  förderte.  Vor Ort besichtigten die Teilnehmer  soziale Einrichtungen und Projekte.  Sie lernten verschiedene stationäre Altenhilfeeinrichtungen, ein stationäres Hospiz, den  Lebensgarten des Hauptfriedhofs Karlsruhe,  ambulante Pflegedienste und die Friedhofskulturen kennen. 

Während in Deutschland ehrenamtliche Hospizarbeit eine langjährige Tradition hat, stehen die Länder Griechenland und Rumänien erst im Aufbau einer Hospizstruktur. In Cluj-Napoca hat die Christliche Stiftung Diakonia der ungarischen Bevölkerungsgruppe in Rumänien  bereits einen  professionellen ambulanten Palliative Care Dienst. Die Partner aus  Thessaloniki sind seit Jahren dabei, mit einer kleinen freiwilligen Frauengruppe, hospizliche Begleitung anzubieten. Organisierte  ehrenamtliche Tätigkeit ist weder in Griechenland noch in Rumänien verankert.

Der Erfahrungsaustausch zwischen den  Ländern orientierte sich an Themen wie:  Familie, Trauer,  Sterbe- und Bestattungsrituale, Begleitung ehrenamtlicher Hospizhelfer und persönliche Auseinandersetzung mit Sterben und Tod.  Im Verlauf des Projekts stellten die Teilnehmenden fest, dass die gleichen sprachlichen Begriffe, wie beispielsweise ‚Trauer’, unterschiedliche Bedeutungen haben. So gibt es in Rumänien keine Worte  für den Prozess des Sterbens.

Als besondere Herausforderung führten die Teilnehmer  ein Planspiel zum Aufbau einer Hospizdienstes durch.  Ergebnis war ein Projektplan für die Errichtung eines Hospizdienstes oder für die deutschen Partner ein  Reflexionspapier ihrer bestehenden Strukturen.

Während der feierlichen Abschlussveranstaltung in Cluj-Napoca Ende Juni diesen Jahres, wurde der Leitfaden einer breiten Öffentlichkeit und Medienvertretern vorgestellt. Am Ende der Feier, meldeten sich spontan sich zwei Frauen und äußerten ihre Bereitschaft, sich ehrenamtlich als Hospizhelferinnen zu engagieren.

Das Fazit des Projekts: trotz unterschiedlicher Voraussetzungen und Erfahrungen profitierten alle beteiligten Partner. Alle erweiterten ihre Kompetenzen, indem sie wagten „über den Tellerrand“ hinauszuschauen. Sprachbarrieren wurden durch Übersetzungen aus den jeweiligen Partnerteams, durch kreative Lernmethoden, Offenheit und  Herzlichkeit überwunden. Im Verlauf des Projekts entstanden freundschaftliche Beziehungen, die auch weiterhin gepflegt werden. Bereits bei den Süddeutschen Hospiztagen Mitte Juli in Rastatt waren je ein Gast aus Cluj-Napoca und Thessaloniki anwesend, um Impulse in ihre Heimatländer mitzunehmen.

Pia Haas-Unmüßig, DW Baden

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